Geschichte des Vereins

Der Flugsportclub Ebern-Sendelbach „EDQR“

ist ein Verein mit langer Tradition

und wurde am 13. November 1961 gegründet

 

Die Chronik des Flugsportclubs Ebern e.V

Es ist schon erstaunlich, was sich aus einer Flugmodellbaugruppe entwickeln konnte. Sie nämlich war die Keimzelle des heutigen Flugsportclubs Ebern e.V., der am 13. November 1961 von 13 flugbegeisterten Männern gegründet wurde. Wenn man bedenkt, dass der Verein weder über ein Vermögen, noch über ein Fluggelände, geschweige denn Flugzeuge verfügte, kann man diese 13 Männer wahrlich als Idealisten bezeichnen. Im Frühjahr 1962 wurde der Flugsportclub Ebern erstmalig in der Öffentlichkeit  bekannt – es wurde ein Modellflugtag auf den Wiesen bei Sandhof organisiert. Und das war ein voller Erfolg. Nun wurde gespendet: Firmen, Stadt, Kreis und Privatleute ermöglichten bereits im Sommer 1962 die Anschaffung eines zahmen Schul-Segelflugzeuges vom Typ „Rhönlerche“.

Auf dem Marktplatz wurde es auf den Namen „Ebern“ getauft und erhielt auch das Wappen von Ebern. Mit diesem Flugzeug konnte nun der praktische Flugbetrieb beginnen, aber nicht am Ort, denn ein Fluggelände war nicht vorhanden. So gingen die Segelflugschüler als Gäste der „Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft Coburg“ auf das Fluggelände „Coburg-Geizenmühle“. 1963 und 1964 bestanden die ersten Eberner ihre Examen für den Luftfahrschein Klasse1 Segelflug.

Dann wurde ein vorläufiges Fluggelände bei Eyrichshof gefunden, wo in den Jahren 1963 und 1965 erfolgreiche Großflugtage stattfanden. Bereits im November 1964 erwarb der Club ein weiteres Segelflugzeug Typ Ka. 8 für Fortgeschrittene. Die Segelflugschulung fand weiterhin auf dem Gelände „Coburg-Geizenmühle“ statt.

Neue Ziele wurden ins Auge gefasst: Das Motorfliegen! Ein Flugzeug wurde gesucht und gefunden. Es war die Auster 5-J-4. In einem Werkstattraum der Firma Kugelfischer wurde sie in Gemeinschaftsarbeit der Clubmitglieder in ca. 800 Stunden Arbeitszeit grundüberholt. Die Leitung der Arbeiten hatte der Motorflugreferent Walter Feilhauer. Am 20. Juni 1964 verließ die Maschine quittengelb gestrichen, aber noch flügellos die Kugelfischer-Halle, um auf das Fluggelände nach Eyrichshof transportiert zu werden. Dort wurde sie aufgerüstet und abgenommen.

Nun konnten im Flugsportclub Ebern auch Motorflieger (Privatpiloten) ausgebildet werden, wenngleich die Genehmigung der Regierung Unterfranken nur für den Landeplatz Lichtenfels erteilt werden konnte, denn eine weitere Nutzung und der Ausbau des Flugplatzes bei Eyrichshof war nicht möglich. Die Mitglieder des Flugsportclubs Ebern mussten also weiterhin als Gäste in Coburg, Lichtenfels, Bamberg, Hassfurt und Schweinfurt bei den dortigen Flugsportclubs fliegen.

Im Sommer 1965 nahm Walter Feilhauer als Pilot und der erste Vorsitzende des Flugsportclubs Ebern Manfred Schüttoff als Navigator mit der Auster 5-J-4 am Deutschlandflug teil. Sie legten 2200 km zurück und errangen einen beachtlichen Mittelplatz. Das war ein schöner Erfolg für den jungen, aufstrebenden Flugsportclub Ebern. Auch der Modellflugreferent Bruno Babsch war mit seiner Flugmodellbaugruppe erfolgreich. Sie nahm an Modellflugwettbewerben „Der kleine Uhu“ teil und erzielte viele Preise. Und dann war es soweit: Im Sommer 1967 wurde auf den Baunachwiesen im Baunachviertel Sendelbach-Gräfenholz-Manndorf-Laimbach das neue Fluggelände ausgebaut. Es entstand eine etwa 600 m lange Landebahn und daneben eine etwa 20 m breite Rückrollbahn.

Die Lage hatte sich thermisch als sehr gut erwiesen. Auch für Modellflugzeuge wurde der Platz zugelassen. Und weil nun eines das andere nach sich zog, hatte auch der Flugsportclub Ebern wieder ein neues Ziel, nämlich den Bau einer Halle in nächster Nähe der Rollbahn und die Anschaffung eines Schleppflugzeuges für die Segelflieger. Und dieses Schleppflugzeug kam im März 1968 aus England, fabrikneu und ohne jeden Kratzer. Es war das Motorflugzeug vom Typ „Beagle Terrier“ ausgerüstet mit einem de-Haviland-Motor von 145 PS. Auch doppelsitzige Segelflugzeuge konnten damit geschleppt werden. Am 08. September 1969 wurde das Motorflugzeug Beagle Terrier D-EBBN auf den Namen „Max“ und das Segelleistungsflugzeug Ka 8 „D-1064“ auf den Namen „Moritz“ getauft. Ab diesem Tag begann auch die Privatfliegerei am Platz, denn das Mitglied Gerhard Spindler erwarb die Auster vom Club. Und weiterhin erfolgreich ging es in die 70er Jahre. Immer mehr Schüler wurden zu Segelflugzeugführern ausgebildet. Man fragte sich schon damals, wann die Halle erweitert werden müsse, um weiteres Fluggerät aufnehmen zu können.

Im August 1973 wurde das Fluggelände Ebern-Sendelbach offiziell als Landeplatz genehmigt. Um das zu erreichen, musste der Club eine Bodenfunkstation anschaffen und die Feuerlösch- und Rettungsausrüstung erweitern. So konnte nun der Flugplatz von allen Maschinen bis 2 Tonnen Abfluggewicht angeflogen werden.

Beim Nachwuchswettbewerb „Der kleine Uhu“ wurden 1974 unter der sachkundigen Leitung von Bruno Babsch von Mädchen und Jungen der Modellbaugruppe wieder Flugzeugmodelle angefertigt. Die ersten Preisträger wurden zu einem Rundflug über Ebern eingeladen, entweder mit einer Motormaschine oder einem Segelflugzeug.

Im März 1975 kamen zahlreiche Besucher in das Eberner Gymnasium um die Ausstellung des Eberner Flugsportclubs unter dem Motto „Modellbau, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung“ anzusehen.

Wie bereits gesagt ist Ebern-Sendelbach seit August 1973 ein offizieller Landeplatz. Fluggäste, die hier landeten, sollten natürlich eine angenehme Erinnerung an Ebern behalten. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde ein Clubheim gebaut, das im Mai 1976 eingeweiht wurde. Die Mitglieder des Flugsportclubs erstellten dieses Heim in über 4000 Arbeitsstunden. Es war behaglich eingerichtet und wurde sonntags bewirtschaftet. Wer hier einkehrte, konnte sich den Flugbetrieb aus nächster Nähe ansehen.

Weiterhin im Aufwind war der Flugsportclub Ebern! In eigener Regie konnten die Mitglieder des Clubs einen Motorsegler „D-KAAV“ grundüberholen, der im Juni 1978 auf den Namen „Ebern II“ getauft wurde. Verbunden mit der Tauffeierlichkeit für die „Ebern II“ war wieder ein Flugtag mit Musik, Erbsensuppe aus der Gulschkanone und zahlreichen fliegerischen Darbietungen.

1977 stellten die Modellflieger wieder einmal ihre Modelle zur Schau – diesmal in der Realschule Ebern. Zahlreiche interessierte Zuschauer kamen auch in diesem Jahr, denn der Modellbau wird immer attraktiv bleiben, weil er zur Genauigkeit und Geschicklichkeit erzieht und immer ein Gewinn für später sein wird, sei es im Beruf oder als Hobby. In diesem Jahr wurde auch bei einer kleinen Feierstunde dem Mitglied Oskar Gehring für seine besonderen Verdienste bei der Grundüberholung der Ka.8 die Udet-Plakette vom Vorsitzenden Manfred Schütthoff überreicht.

Aber nicht nur glückliche und erfolgreiche Zeiten gab es beim Flugsportclub Ebern. Erschüttert waren die Mitglieder des Clubs, als zwei junge Fliegerkameraden, Rolf Metter und Siegfried Pachulski, nach einem  Flugunfall am 14. Juni 1980 aus ihrer Mitte gerissen wurden.

Im Spätsommer 1980 wurde Abschied genommen vom heißgeliebten Terrier, dem „Max“, der ein tüchtiger Segelflugzeugschlepper war. Im August konnte er ersetzt werden durch die Piper PA18 „D-EEKU“, ein leistungsstarkes Schleppflugzeug. Das Jahr 1980 ging zu Ende mit der Preisverleihung vom Modellwettbewerb „Der kleine Uhu“ – erstmalig unter der Regie von Modellfluglehrer Franz Jungnickel und Modellflugreferent Bodo Schäfer. Zum zweiten Male konnte sich ein Eberner auf Bundesebene als Landessieger zum „Kleinen Uhu“ qualifizieren. Im Jahre 1981 konnten wiederum erfolgreiche Leistungsflüge durchgeführt werden.

Im September 1984 wurde von Franz Hardi der Antrag auf Erweiterung zum Ultraleicht-Landeplatz gestellt. Nach erteilter Genehmigung begann in Ebern-Sendelbach die Ära der UL-Fliegerei. Der Verein war aber nicht nur in eigener Sache aktiv.  Im September 1985 war der Flugsportclub Ebern Bestandteil einer Veranstaltung der „Aktion Sorgenkind“, eine des Zweiten Deutschen Fernsehens zu Gunsten behinderter Kinder ins Leben gerufene Spendenaktion. Mit zwei eigenen und dem Privatflugzeug von Hans Kuttner wurden Rundflüge durchgeführt, deren Erlös von 1.000,- DM während einer Galaveranstaltung in Ebern überreicht wurde. In den folgenden Jahren mauserte sich der Verein zu einem ansehnlichem Flugsportclub mit insgesamt 120 aktiven und passiven Mitgliedern.

Ein von Thomas Schüttoff ins Leben gerufenes Spornradfliegertreffen entwickelte sich zu einem, bis in die USA bekannten Oldtimertreffen und machte den Flugsportclub Ebern bis weit über die europäischen Grenzen hinaus bekannt.

Im Jahr 1999 wurde dann in einer Blitzaktion der Aufenthaltsraum im Clubheim zu einer fantastischen Fliegerbar, in der es sich vortrefflich feiern lässt, umgebaut. Der Bau der Fliegerbar stand ganz im Zeichen und unter Regie von Ehrenmitglied Gerhard Spindler, der im Alter von 75 Jahren diese Bar ins einem Schreinerbetrieb alleine hergestellt hatte.

Ein Ereignis der Besonderen Art war anläßlich des 10. Spornradtreffens in Ebern die Hochzeit von Thomas Schüttoff und Heike Thomesch am Flugplatz. Mit einem russischen Doppeldecker, einer „Antonov“ schwebte die Braut nach Sendelbach ein.

Im September 2000 traf man sich eher zufällig zum ersten mal mit den Angehörigen der Traditionsgemeinschaft  Jagdgeschwader 52 & Luftwaffe JG-52 – Museum am Flugplatz in Ebern. Bei Kaffee und Kuchen konnte man sich kennenlernen und freundschaftliche Bande knüpfen. Eine große Überraschung erlebten aber die „Alten Adler“, allesamt ME 109 Piloten und ihr Angehörigen und es trieb einigen von ihnen die Tränen der Ergriffenheit in die Augen, als sie den Überflug von zwei Bücker-Jungmann über das Krieger-Ehrenmal in Altenstein miterleben durften. Hatten sie doch alle ihre ersten Flugversuche auf solchen Maschinen unternommen. Um so größer war dann die Freude als sie am Flugplatz, nach mehr als 60 Jahren, mit den Doppeldeckern unserer Freunde Reinhard Rötzer und Arthur Düsterhöfft fliegen durften. Diese erste Begegnung nahm man im Flugsportclub zum Anlass, das Oldtimertreffen mit dem Treffen der 52er zu verbinden. So entstand eine Freundschaft zwischen den „Alten und Jungen Piloten“, deren Erhalt sich die Mitglieder des Flugsportclub Ebern auf ihre Fahnen geheftet haben.

Ein weiteres Großereignis nahm im Frühjahr 2002 seinen Anfang, als die vier Vereinsmitglieder Franz Hardi als Bauherr, Oskar Gehring, Hans Hagen und Volker Kuhn mit der Grundsteinlegung für zwei neue Flugzeughallen gebannen. In mühevoller Arbeit über drei Jahre hinweg entstand ein riesiger Hangar.

Aber auch gesellschaftlich blieb der Verein aktiv. Es wurde im August 2004 ein Treffen der besonderen Art durchgeführt. Mitglieder des Jagdgeschwader 52 und Oldtimer aus Österreich, der Schweiz und Deutschland kamen zu einem Treffen nach Ebern. So waren zwei der letzten sechs noch in Deutschland fliegenden „Stark Turbulent“, drei „Bücker-Jungmann“ und drei aus dem Jahr 1937 stammende „Bücker-Jungmeister“ zum Flugplatz gekommen. Die Bedeutung dieses Treffens konnte man daran ermessen, dass Historiker aus den USA, Polen und Belgien und Angehörige des JG 52 aus Argentinien und Brasilien nach Ebern-Sendelbach kamen.

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